Stellungnahme zum verlängerten Lockdown und damit weiter bestehenden Yogakurs-Verbot

Bisher habe ich das Thema Corona bewusst in den Yogastunden vermieden, weil es sowieso schon überall so präsent ist. Nur die Bedeutung der Yogaübungen für die Gesundheit, das Immunsystem und die Atmung habe ich etwas mehr hineingebracht. Aufgrund der erneuten Verlängerung des Lockdown und der weiter bestehenden Kursverbote möchte ich jetzt aber allgemein dazu einige Gedanken formulieren.  Meine Absicht dabei ist aber nicht, eine Seite besonders zu vertreten und die angespannte Stimmung zu verstärken, sondern weitere Beobachtungen und Überlegungen zu finden. Da ich mir nicht sicher bin, ob das schon so gut gelungen ist, werde ich gelegentlich etwas ändern, wenn ich draufkomme, dass es nicht passt. Nehmt den Text deshalb bitte als Momentaufnahme.

 

Nach meinem Fachverständnis gehen der Yoga, die Spiritualität oder ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis von recht anderen Grundlagen aus als jene, auf die die Regierungen ihre Informationen, Regeln und Verbote aufstellen und mit denen viel Angst und Unsicherheit, aber auch Ärger und Wut erzeugt werden. Dass es schwere Krankheiten und gefährliche Viren geben kann und man gegenüber Krankheiten schnell und wachsam reagieren muss und dass es auch bei der Coronainfektion schwere Verläufe gibt, bezweifle ich nicht, aber ob diese extremen, lang andauernden Maßnahmen wirklich in diesem Maße notwendig sind, stelle ich schon in Frage, wie auch die Ehrlichkeit der Aussagen. Ich persönlich kann die offiziell anerkannte, alleingültige Darstellung und Umgangsweise mit der Coronasituation nicht mit meiner Sicht zum Leben und meinen Erfahrungen in Übereinstimmung bringen. Auch mit Blick auf die offiziellen Zahlen empfinde ich die Kurs- und Unterrichtsverbote als nicht mehr nachvollziehbar und auch gesundheitsschädigend.

 

Somit folgen hier ein paar kurze Punkte und am Ende kommen noch etwas detailliertere Überlegungen. Was nun stimmt oder nicht stimmt, kann nur jeder bei sich selbst überlegen. Vielleicht haben manche von euch auch das Bedürfnis ihre Gedanken zu formulieren? Das Formulieren von Gedanken in Wörter ist eine schöne und hilfreiche Form, wie man Ordnung in die vielen von außen kommenden Informationen und die eigenen Gedanken und Gefühle bringen kann. Ziel ist ja nicht zu polemisieren oder zu polarisieren, sondern eine richtige Einschätzung zur Sache zu finden und zu verstehen, was eigentlich geschieht. Man kann also einfach einmal damit anfangen, auch wenn es noch nicht so ideal gelingt. Gleich, ob man dafür oder dagegen oder neutral eingestellt ist, stellt sich ja doch die Frage: Was kann man aus dieser weltweiten Krise lernen bzw. was sind die Forderungen dieser Krise, damit sie sich wieder auflösen kann und vielleicht bessere Bedingungen entstehen können?

--  Selbst-Verständnis

Ich sehe aktuell eine Art Umkehrung, indem man sein Selbstgefühl, sein Gefühl zu sich selbst, umdrehen muss. So wie die Medienmitteilung gehalten sind, soll man nicht mehr davon ausgehen, dass man grundsätzlich gesund ist, sondern man muss nun davon ausgehen, dass man potenziell ansteckend ist oder in jedem Moment angesteckt werden kann. Alleine dieses Grundgefühl erscheint mir auf die Dauer krankmachend oder schwächend auf die eigenen Kräfte. Man geht - wenn man sich das nicht bewusst macht - als Grundgefühl von der Krankheit aus. Auch muss man jetzt immer so denken, dass nahe Begegnungen mit eventuellem Körperkontakt gefährlich sind. Was bewirkt es auf die Dauer für die Gesundheit und für das Sozialleben, wenn sich dieses Gefühl in uns immer mehr manifestiert? Ganz besonders im Hinblick auf die offiziellen Zahlen, wonach mindestens 97-98 % der Bevölkerung gesund sind, muss man sich fragen, ob diese Art zu denken und wie man sich selbst definieren soll, nicht völlig absurd ist.

 

--  Gewohnheit

Man sollte auch nicht übersehen, welche Bedeutung die Gewohnheit hat und dass in der Coronasituation auch die Gewohnheit mitwirkt. Der Mensch ist nach Gewohnheiten ausgerichtet. Was er gewohnt ist, ist für ihn normal, und der Vorteil von Gewohnheiten ist, dass er in vertrauten Situationen entspannt reagieren kann. Gewohnheiten bewirken, dass Dinge flüssig und wie automatisch ablaufen (zB beim Autofahren schaltet, bremst und lenkt man ganz automatisch…). Es ist normal, dass sich alles, was man länger erlebt und sich oft wiederholt, in unseren feinstofflichen Leib eingraviert. Das hat positive und negative Seiten. Im Moment erlebe ich es so, dass Vieles mittlerweile zur Gewohnheit geworden ist, worüber wir noch vor einem Jahr mit Widerwillen den Kopf geschüttelt hätten. Was man gewohnt ist, ist normal, und das Ungewohnte ist das Abnormale oder sogar Falsche. Das finde ich im Hinblick auf die lange andauernden Maßnahmen wichtig zu beachten.

 

--  Gesundheitsverständnis

Mit der aktuell erzeugten Vorstellung, dass dieses Virus, das überall als große Stachelkugel plakativ zu sehen ist, als der große Bedroher und Feind der Menschheit in jeder Ecke der Welt darauf lauert, uns zu befallen, und wir diesem hilflos ausgeliefert sind, wird das Verständnis von Gesundheit und Krankheit auf ein nur materielles Niveau gebracht. Dass viele, oft geheimnisvolle Zusammenhänge bestehen, warum jemand wann krank wird oder auch warum jemand wann stirbt, und dass seelische, soziale oder entwicklungsbedingte Verhältnisse in komplexer Weise mitwirken, wird völlig ausgeblendet.

Das Gesundheitsverständnis, das über die vielen Monate vermittelt wird, finde ich schädlich für die Gesundheit von Körper, Seele und Geist. Ein natürliches Grundvertrauen ins eigene Immunsystem und allgemein ins Leben sind aber wichtig.

 

--  Definition der Verantwortung

Die Entscheidungsfähigkeit und Selbstverantwortung über den Umgang mit uns selbst und mit unseren Freunden und Kollegen wird weitgehend an den Rand gestellt. Das Wort Verantwortung wird in den offiziellen Medien meist nur mehr in dem Zusammenhang gebraucht, dass man sich verantwortlich fühlen muss, die Maßnahmen mitzutragen, damit man andere nicht gefährdet. Unverantwortlich ist es nach diesem neu eingeführten Verständnis, die Lage selbst einzuschätzen oder gar kritisch gegenüber bestimmten Maßnahmen zu sein. Wie wäre die Verantwortung idealerweise zu verstehen?

 

--  Diffamierung

Viele namhafte, bekannte und unbekannte Ärzte und Wissenschafter werden auf niederträchtige Art beschimpft und aus dem Dialog ausgeschlossen. Es gibt sehr viele Persönlichkeiten, die ruhig, logisch, kompetent und auch mit menschlicher Wärme analysieren. Die Regierungen scheinen offensichtlich Angst vor ihnen zu haben, denn sonst würden diese Menschen nicht so brutal diskriminiert werden (zB Löschungen aus dem Internet u.v.m.). Auch hier wird den Bürgern vielfach die Selbstverantwortung und die Fähigkeit abgesprochen, sich selbst ein Urteil bilden zu können. Diese Erniedrigung von anderen ist - so finde ich - wie ein Gift, das hintenherum schleichend in das soziale Miteinander geträufelt wird. Bei einem offenen und ehrlichen Dialog mit allen möglichen verschiedenen Ansichten und vielleicht auch härteren Auseinandersetzungen, bei der sogar einmal die Funken sprühen, könnte man aufatmen und vieles würde sich bereinigen. Doch es ist eine Spaltung in die Guten und Bösen, die Richtigen und die Falschen entstanden, und es wird mit Wörtern wie Verschwörungstheoretiker, Coronaskeptiker, Covidioten, Rechtsradikale, Gesundheitsgefährder, Coronaleugner usw. herumgeschlagen, sogar dann wenn sich diese „Kritiker“ auf die offiziellen Zahlen oder auf Aussagen der WHO beziehen. Wo sind der Respekt, die Toleranz und Würde geblieben?

 

-- Eigenständiges Denken

Es ist allgemein bekannt und in der Psychologie anerkannt, dass versteckte und untergründige Suggestionen, Manipulationen und Lügen die körperliche und psychische Gesundheit gravierend schädigen können. Ein sehr wirksames Mittel dagegen wäre das selbständige eigene Denken, mit dem man eine Sache anschauen, analysieren, in ihren Kernaussagen erfassen kann und man sich die eigenen Empfindungen und Eindrücke bewusst machen und sie damit einordnen kann. Man kann sich innerlich im Bewusstsein aufrichten und den Dingen ins Auge schauen. Diese innere Aufrichtekraft und Konfrontations- und Ordnungskraft wirkt auch stärkend auf die Immunkompetenz.

Diese Kraft ist nach der Chakren-Lehre vor allem dem 1. Zentrum (Aufrichtekraft, Konfrontation) und dem 6. Zentrum (Anschauungsbildung, Analyse) zugeordnet.

„Die Impfung ist der einzige Weg in die Freiheit“

 

Das ist der aktuelle Slogan, dass die einzige Hoffnung und der einzige Ausweg in der Impfung gegen Covid-19 liegt und wir Menschen erst danach wieder frei wie vorher leben können. Ohne Impfung gibt es demnach keine Freiheit mehr. Diese Aussage kann man sich ruhig einige Sekunden bildlich vergegenwärtigen.

 

Dank dieses Slogan kann man die Gelegenheit nützen, über die Freiheit etwas nachzudenken. Was ist Freiheit? Dieser Frage sind Philosophen und Geistforscher seit eh und je nachgegangen. 

 

In der Yogaphilosophie bzw. Sanskrit-Sprache gibt es verschiedene Begriffe, die auf unterschiedliche Aspekte der Freiheit hindeuten: 

  • moksa  heißt beispielsweise Freiheit von Unwissenheit
  • kaivalya  bedeutet Befreiung im Sinne von Trennung von Geist und Materie
  • swarajya  bezeichnet Freiheit durch Selbstbeherrschung, Selbstkontrolle
  • aditi  bedeutet Unbegrenztheit, Unendlichkeit                  (siehe https://wiki.yoga-vidya.de)

Über diese Definitionen könnte man noch weiter nachdenken oder sie als eine Art Meditationsinhalt für längere Zeit ergründen.

 

Es ist auch möglich, die Überlegungen zur Freiheit nach den drei Ebenen Körper - Seele - Geist zu gliedern:

  • Auf der körperlichen oder materiellen Ebene kann man feststellen, dass die Freiheit leicht einmal begrenzt ist. Dies kann durch äußere Strukturen gegeben sein, wie zB politische Gesetze, aber auch durch naturgegebene Gesetzmäßigkeiten (Tag und Nacht, man muss schlafen, sich ernähren etc) oder moralische Gesetze (nicht stehlen…), durch bestimmte Lebensumstände oder ganz einfach auch durch Gesundheit und Krankheit. Wenn man gesund ist, kann man  sich körperlich und in seinem Aktionsradius freier bewegen. Vermutlich wird jeder Mensch je nach seinen Zielen oder Werten den Begriff der materiellen Freiheit anders definieren. 

    Der Körper ist auch unausweichlich mit dem Tod begrenzt. Eines Tages stirbt der Körper und verfällt zu „Erde“ bzw. nimmt er eine andere Form von Materie an, wenn die Lebenskräfte ihn verlassen. So kann man sagen, dass die Materie dem Prinzip der Verwandlung, des ständigen Neuwerdens, Wachsens, Welkens und Absterbens unterliegt. Für unsere Lebenszeit jedoch ist die Gesundheit ein wertvolles Gut, das uns die Freiheit schenkt, aktiv zu sein und verschiedene Ziele oder Entwicklungsschritte umzusetzen.

    Freiheitsbegrenzungen zB durch Krankheit, sinnvolle Gesetze, etc. sind aber nicht nur schlecht, denn sie können auch dazu beitragen, dass man sich zB in einer Krankheit und der damit auferlegten Ruhe eventuell neu orientieren kann oder dass durch zB Naturschutzgesetze Grenzwerte eingehalten werden müssen oder dass durch ethische Regeln das soziale Leben gewahrt werden kann usw. Über sinnvolle Freiheitsbeschränkungen wäre es wert auch noch mehr nachzudenken.
  • Mit der Seele oder den sogenannten Seelenkräften, dem Denken, Fühlen und dem Willen, ist es mehr oder weniger weit möglich, sich über körperliche Grenzen hinwegzusetzen. Dazu ein kleines Beispiel anhand der Yogaübungen: Man kann sich in Gedanken klar und lebendig vorstellen, wie man eine Übung perfekt, schön und geschmeidig ausführt, die man in Wirklichkeit nur ganz spärlich oder gar nicht zusammenbringt. In Gedanken kann man sich über die steifen, starren Gelenke und Muskeln hinausbewegen und sich die Übung weit ausgeführt vorstellen. In der Vorstellungsfähigkeit ist man also frei von den körperlichen Grenzen.
    Oder ein anderes Beispiel: In einem totalitären Staat wird jemand ins Gefängnis gesperrt, weil er eine bestimmte Meinung vertritt und diese auch äußert. Nun kann dieser Mensch mit seinem Körper ins Gefängnis gesperrt werden, aber in seinen Gedanken und Idealen kann er nicht eingesperrt werden.

    Es gibt aber auch viele Bindungsstrukturen, Ängste, Irrtümer, die die seelische Freiheit einschränken, so dass das Denken, das Fühlen und der Wille nicht in ihrer vollen Schöpferkraft zur Verfügung stehen. Auch manipulative oder suggestive Einflüsse können die Seelenkräfte in ihrer eigentlichen Freiheit binden, wenn man sie nicht genügend erkennt. Ziel des Yoga ist, dass die Seelenkräfte geschult und gestärkt werden und der Mensch sein schöpferisches Potenzial frei einsetzen kann.

    Je mehr man sich mit einer Sache auseinandersetzt, sie durchdenkt und in ihrer Logik versteht, umso freier wird man. Wenn man sich eine gute Fachkunde in einem Bereich erarbeitet hat, kann man sie frei in unterschiedlichen Situationen anwenden.
    Wenn man vor etwas Angst hat, wird man freier von der Angst, indem man sich den Umständen stellt und alles genau ansieht, analysiert und dadurch die Angst an die richtige Stelle rücken oder auch ganz auflösen kann.
    Wenn man einer Lüge ausgesetzt ist, kann man sie aufklären und wieder reine Luft schaffen.
    Im eigenständigen logischen und auch einfühlsamen Denken liegt meiner Ansicht nach die Möglichkeit zu mehr Freiheit. Wenn man Schilderungen von guten Wissenschaftern hört, die Zusammenhänge logisch und wahrheitsgetreu darstellen, wird man als Leser oder Zuhörer ruhiger, weil sich das Denken auch bei einem selbst ordnet.
  • Der Geist wird im Yoga das „Selbst“ genannt, wobei es wieder mehrere differenzierende Begriffe dazu gibt - wie beispielsweise atman, das höchste Selbst, oder purusha, das geistige Urbild des Menschen oder das Ewige im Menschen. Es ist das ewige, unsterbliche, höchste Sein, das in seiner Natur immer frei ist. Der Geist kann sich beispielsweise ausdrücken in Menschen, die bereits viel Weisheit und eine hohe Spiritualität entwickelt haben, und in ihren Lebenswerken und formulierten Gedanken. Die Hinwendung zu weisen Menschen und die Auseinandersetzung mit weisheitsvoller Literatur kann zu einer größeren Freiheit inspirieren (siehe Otto-Albrecht Isbert, „Yoga - Arbeit am Selbst“). Ich verstehe es so, dass dieses Selbst oder Ich in jedem Menschen verborgen existiert und auf eine Art Geborenwerden und die Entwicklung wartet.  Es ist wie das innerste Zentrum von einem selbst, die Mitte der Persönlichkeit, das Zentrum der Individualität. 

Die Aussage, dass die Impfung als einzige Möglichkeit die Freiheit schenkt, ist natürlich ganz einfach so gemeint, dass dann die Maßnahmen beendet werden können und wieder mehr äußere Freiheit eintritt, wenn alle Menschen immun sind. Denke ich über diesen Satz und den Begriff Freiheit im seelischen Sinn mehr nach, so komme ich zum Ergebnis, dass man sich mit dem passiven Glauben an solch eine Aussage selbst unfrei macht.
Wenn man sich aber mit der gesamten Situation, mit der Krankheit und der Impfung auseinandersetzt und sich bewusst macht, ob einen die Angst oder eine Gruppendynamik oder eigenständige Erwägungen und Überlegungen zur Entscheidung für oder gegen die Impfung führen, dann wird man freier und merkt aber auch, dass man letztendlich selbst verantwortlich für die eigene Entscheidung mit allen Konsequenzen ist.  Die Antwort auf die große Frage, ob in der Impfung der einzige Ausweg und die Freiheit liegt, muss wohl jeder bei sich selbst finden.

 

 

Gesundheit und Krankheit

 

In guten ganzheitlichen Therapieansätzen wird neben dem Wissen um die Körperfunktionen auch von seelisch-geistigen Zusammenhängen ausgegangen. Ganz wesentlich wird dabei auch die Stellung des Patienten gesehen, inwieweit er die Kraft findet, neue Entwicklungsmöglichkeiten aufzugreifen. Man geht meist vom Entwicklungsgedanken aus, d.h. man sieht den Menschen in einem Entwicklungsprozess stehend. Durch die verschiedenen therapeutischen Maßnahmen soll der Mensch in seiner Entwicklung angeregt werden.

 

Die Krankheit hat dabei weniger den Stellenwert des „Negativen“, das eliminiert werden muss, sondern wird gesehen als ein Zustand, der aus irgendeinem Ungleichgewicht entstanden ist, und der zu einer bestimmten Art Neuorientierung und bewussteren Lebensform aufruft.

 

Die Krankheit wird auch als das sichtbare Ergebnis eines länger vorausgegangenen Prozesses wahrgenommen. In diesem Zusammenhang geht die ganzheitliche Medizin bei Viren und Bakterien davon aus, dass ein bestimmtes Milieu oder bestimmte Verhältnisse den Boden für Viren oder Bakterien bereiten und diese dadurch in den Organismus eintreten können. 

 

Es gibt ganz viele bewährte naturheilkundliche und ganzheitliche Methoden zur Unterstützung und Anregung von Heilungsprozessen. Über diese habe ich im ganzen vergangenen Corona-Jahr keinerlei Berichte gesehen. Sie scheinen wie stumm geschaltet, als ob sie sich nicht äußern dürften.

 

Alle Energie und aller Glaube wurde in die Impfung gesteckt, aber von einer Forschung mit der gleichen Intensität zu Heilungsmöglichkeiten jenseits von schweren pharmazeutischen Produkten habe ich nichts gehört. Wenn es sie doch gibt, warum erfährt man in den Medien nichts davon? Ich bin überzeugt, dass es ganzheitliche Möglichkeiten geben würde und auch Ärzte vorhanden wären, die viel beitragen könnten. Es könnten sich sicherlich auch die Schulmediziner mit den Ganzheitsmedizinern ergänzen und im gemeinsamen Dialog neue Therapiemöglichkeiten finden. Viele Ärzte und Wissenschafter, die auf andere Ergebnisse als die Regierungen kommen, werden aber leider stigmatisiert und aus dem Dialog ausgegrenzt.

 

Wenn man einmal nachliest, wie komplex und weise das Immunsystem arbeitet, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Der ganze Organismus ist so angelegt, dass Fremdes nicht eintreten kann, zB wird über die Verdauung und Ausscheidungsorgane, die Nieren, Milz, über das Lymphsystem, die Haut, die Schleimhäute etc. der Organismus als individuelles System gewahrt. Und wenn fremde Stoffe wegen einem Schwächezustand doch in Blut und Zellen gelangen, dann wird das Immunsystem hochaktiv. Das Immunsystem kann in vielfacher Weise in seiner Arbeit unterstützt werden. Interessant ist, dass bewusstseinsfördernde Aktivitäten wie zB einfache Beobachtungsübungen und sogenannte Seelenübungen das Immunsystem sanft, aber intensiv anregen können. Auch Yogaübungen, verbunden mit bewusstseinsaufbauenden Elementen und einer Auseinandersetzung mit den körperlichen und seelischen Zusammenhängen, wirken stärkend. Das Bewusstsein spielt jedenfalls bei der Immunkraft eine große Rolle.

 

Was fehlt heute? 

 

Es gibt sicher viel, was uns oder der Welt fehlt. Eines, was ganz sicher fehlt, ist eine bestimmte Art zu denken, die ich in meiner Yoga-Ausbildung gelernt habe: Es ist das Denken von Gedanken, die weise Menschen formuliert und damit in die Welt gebracht haben. Oft meint man, dass man immer alles gleich verstehen muss, und folgt seinen eigenen vertrauten Gedankenwegen. Aber bei dieser Art von Hinwendung ist es einfach nur so, dass man Beschreibungen, Texte etc bei sich in der Vorstellung wie nachbildet, sich vorstellt, ohne gleich etwas hinein zu interpretieren, aber schon mit einem Drang nach Verstehen. Man schaut sie ruhig an wie ein Bild und bewahrt sie originalgetreu in den Gedanken, und dies wiederholt und über eine längere Zeit. Mit der Zeit rücken die Aussagen näher und die darin liegende Logik erschließt sich nach und nach. Es ist eine Art Meditationsarbeit mit einem Gedankenaufbau.

 

Es kann zB ein Text sein von Erich Fromm über „Haben oder Sein“ oder die Aussage von einem großen Philosophen, einem guten Wissenschafter oder von spirituellen Persönlichkeiten. Bei Kunstausbildungen ist es vielleicht ähnlich, denn man malt zuerst einmal große Künstler wie zB Michelangelo nach, um einen Blick oder einen Sinn dafür zu entwickeln, wie sie gezeichnet und gemalt haben. Bei uns im Yoga übt man die Übung und studiert den dazu gehörigen Inhalt der Yogastellung, baut diesen auch lebendig in der Vorstellung auf. Man lernt die Übung und ihre Bedeutung, wie wenn man eine Sprache mit ihren Vokabeln lernt, und geht eher beobachtend und forschend mit der Übung um. Diese Inhalte, mit denen ich arbeite, basieren auf dem sogenannten „Neuen Yogawillen“ (konzipiert von Heinz Grill). Sie wurden so aufgebaut, dass sie das Denken und Empfinden anregen, was sich auf die Gesundheit und auf die ganze Bewusstseins- und Handlungskraft harmonisierend und stärkend auswirkt. Man wird - wenn man länger damit arbeitet - innerlich berührt, geordneter und angeregt für weitere Entwicklungsmöglichkeiten und Lebensperspektiven. 

 

Man denkt sich also in die Gedankengänge dieser anderen Person ein, lernt ihre Logik zu denken, bewahrt die Worte in der Aufmerksamkeit und knüpft mit den eigenen Gedanken und Empfindungen immer wieder an die originalen Aussagen an. So kann man sich im anschaulichen Denken schulen und die eigene Denkfähigkeit ausbilden. Durch den Blick von sich selbst weg und hinaus in das Gedankengut eines anderen, können sich neue Erkenntnisse entwickeln und es entsteht außerdem eine Beziehung zu diesem anderen Menschen. Und diese Beziehung zu großen Persönlichkeiten und ihren Lebenswerken fehlt heute, finde ich wirklich, ganz stark. Aus der Beziehung würde mehr Respekt und Wertschätzung entstehen und weniger Ausgrenzung oder Beleidigung gegenüber Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben und etwas für eine friedliche und freiheitliche Welt beitragen können. Solche Verleumdungen finden heute ständig statt, gegen „Corona-Kritiker“, Andersdenkende oder auch gegen andere besonders fortschrittliche Menschen. Ich habe verlogene Hetzereien gegen verschiedene Personen persönlich erlebt, und es ist wirklich unerträglich, wenn man jemanden als fachkompetenten Experten oder als charaktervollen Menschen kennt und solche gemeinen Diffamierungen gegen diesen mitbekommt. Die Auseinandersetzung mit guten Wissenschaftern, Visionären und spirituellen Lehrern und die Beziehung zu diesen Menschen kann eine Quelle der Kraft sein. Diesen Menschen sollte meiner Meinung nach mehr Raum gegeben und nicht sofort skeptisch und verächtlich Verschwörungstheoretiker, Rassist, Guru oder Sektenführer ausgerufen werden. Denn meiner Ansicht nach beschneidet man sich damit selbst und auch die Möglichkeiten für eine hoffnungsvolle Zukunft.

Bei uns im Westen ist es zum Beispiel so, dass unter dem Wort „Guru“ eher etwas Abschätziges gemeint ist. In Indien oder anderen Ländern ist das Wort mit Wertschätzung und Verehrung von bewunderungswürdigen Menschen verbunden, die - wenn man es richtig versteht - ganz und gar nichts mit Unterwürfigkeit oder Selbstaufgabe zu tun haben. Diese Wertschätzung heißt keinesfalls, dass man sich als selbständig denkendes, eigenverantwortliches, kritisch prüfendes Individuum aufgibt, sondern vielmehr ist es das Gegenteil.

 

Heute leben wir ja innerhalb ganz vieler schneller Informationen und oft sind die Nerven und die Sinne damit überladen und überlastet. So ist es wirklich wertvoll, wenn diese oben beschriebene Hinwendung zu Texten, Themen, aber auch zu Übungen oder anderen Objekten oder Naturerscheinungen auf eine recht ruhige Art stattfindet. Man wählt nicht viel aus und widmet sich diesem mit Beobachtungen und Fragen wiederholt und ruhig. Das wäre das zweite, was glaube ich fehlt: das ruhige, konzentrierte, wiederholte Hinwenden und wirkliche Kennenlernen und Durchdringen eines Themas oder einer Erscheinungsform der Welt.

Abschließend möchte ich noch einen Satz zitieren, der mich zur Zeit bewegt:

 

„Das Sein einer friedvollen, ökologischen, ästhetischen, menschlich-moralischen und freiheitlichen Kultur muss durch ein sehr weitreichendes und ausdauerndes Denken erst als Idee gedacht und schließlich zu einem Ideal im Fühlen und Willen gebracht werden, damit sie tatsächlich in die Welt eintreten könnte.“ (aus: Jahresausblick 2021, H. Grill)

 

Es ist ja meistens schon so, dass man sich schnell über etwas beklagt, sich ärgert, es kritisiert und man unzufrieden ist und man die Erwartung an andere stellt, es besser zu machen. Aber den Kampf um einen Fortschritt selbst aufzunehmen, ist dann doch oft zu unbequem oder zu gewagt und traut man sich gar nicht zu. Und dass dies nicht unbedingt heißt zu demonstrieren, sondern vielleicht sogar den Mut zum eigenständigen Denken aufzubringen und Ideen und Ideale zu denken, bedenkt man oft gar nicht.

 

Vor einigen Jahren, zur Zeit als in Tunesien und Ägypten die Regierungen gestürzt wurden, war ich einmal auf einer Studienreise nach Ägypten. Aufgrund der aktuellen Revolten ging es auch um das Thema, dass ja - wenn eine Regierung gestürzt wird - auch eine konkrete Idee bestehen müsste, wie es nun anders, besser oder freier weitergehen könnte. Es war deutlich, dass sich die Menschen aus der Not und gegen die erdrückenden Regierungsformen gewehrt haben, aber dass eine genaue Vorstellung oder ein Ideal, wie es konkret in der Zukunft anders werden könnte, fehlte. Ich glaube, dass es bei uns ähnlich ist. Für eine friedvollere und freiheitlichere Zukunft müsste sich wahrscheinlich jeder einzelne Mensch sehr intensiv Gedanken machen, damit neue und reifere Formen irgendwann möglich werden. Mit zu vielen Erwartung an die Regierungen und sonstige Autoritäten, dass sie alles weise regeln, macht man sich nur abhängig. Freier ist man, wenn man bei sich im eigenen Bewusstsein, in der Wahrnehmungsfähigkeit, den Fähigkeiten und im eigenen Denken, Fühlen und der Handlungskraft ansetzt und auch auf diese vertraut.